WM Spiel Ghana gegen Deutschland in 3D – Selbstversuch

Posted on Juni 27th, 2010 in Allgemein

Durch einen Selbstversuch eines Redakteurs der Zeit Online kann man nachvollziehen, wo die Schwächen und Stärken der aktuellen 3D-Technik liegen. Er hat sich das vergangene Weltmeisterschafts Gruppenspiel Deutschland gegen Ghana in 3D angeschaut, das Deutschland bekannterweise mit 1:0 gewann 😉

So schreibt er in seinem Artikel:

Dem anfänglichen Staunen folgt nach dem Anstoß allerdings die Ernüchterung. Schon nach wenigen Sekunden ist klar, dass dieses 3D-Event Arbeit für die Sehrinde ist. […] Noch ist die Bildwiederholungsfrequenz zu niedrig, um Gegenstände, die sich schnell bewegen auch isoliert und detailreich abbilden zu können.

Ein Grund im übrigen, warum nicht alle auf den 3D-Zug bei der WM aufgesprungen sind.

Weiter berichtet er:

In Nahaufnahmen geht die Übersicht vollends verloren. Gesichter verschmieren, der Ball verschwimmt. Mit der heutigen Technik ist 3D eben noch nicht HD. Im Grunde wird das Videosignal mit einer Auflösung gesendet, die ideal ist für HD-Fernseher – aber nur halb so hoch wie die für digitale Kinovorführungen.

Auch über diese Tatsache habe ich schon vor der WM berichtet.

Er äußert sich aber nicht nur negativ über die 3D-Technik. So sieht er die Stärken beispielsweise bei fußballerische Standardsituationen, wie beispielsweise bei einer Ecke, wo der Ball „wirklich aus der Tiefe des Raumes in den Strafraum zirkelt.“

Und so fällt auch sein Fazit positiv aus:

Auch wenn die Technik bisher erst in einer Betaversion vorliegt (in der 42. Minute fiel das Bild für 10 Minuten vollständig aus) – ist das Experiment geglückt. Die 3D-Projektion schafft mehr Intensität, wenn auch etwas weniger Spielübersicht. Mit einer schnelleren Bildwiederholungsrate und höherer Auflösung könnte die 3D-Kino-Liveübertragung bald ebenso revolutionär sein, wie einst die Einführung des Farbfernsehens.

Im Grunde hätte man auch nicht mehr erwarten dürfen. Sicher, die 3D-Technik erlebt gerade einen Hype, dennoch steckt sie noch in Kinderfüßen. Immerhin tut sich aber wieder richtig was.

Quelle:
Zeit Artikel: Fußball in 3D-TV – Schwerstarbeit für die Sehrinde von Harro Albrecht


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